28.06.09

MJ Nachschlag

Viel ist geschrieben worden über den wohl weltbewegendsten Tod seit Elvis in den letzten Tagen und sicher auch viel zu viel. Viel Unpassendes, viel Hahnebüchenes, viele Liebeserklärungen, viele Erklärungsversuche. Um die Akte Michael Jackson hier zumindest fürs Erste zu schließen, sei noch auf die beiden interessanten Artikel des k-punk hingewiesen, der sich MJ u.a. über Greil Marcus nähert. Und auf die Sammlungen von Coverversionen bei 78s und Cover Lay Down. Ich füge der Vollständigkeit halber noch die beiden (in Deutschland) wohl bekanntesten Coverversionen hinzu, auch wenn sie sicher jeder kennt. Ich mochte sie damals halt, ich Kind der Neunziger.


26.06.09

Der Versuch eines Nachrufs


In der vergangenen Nacht ist Michael Jackson gestorben. Ich bin kein ausgesprochener Fan, in Gesprächen mit Kollegen über den King Of Pop ging es eher darum, den Zeitpunkt festzulegen, ab dem es bergab mit seinem Œuvre ging. Was der größte Song war. Technikalitäten eben, keine Fandiskussion mit Leidenschaft. Und doch haben wir alle die Größe seiner Musik (in den Achtziger Jahren) geschätzt. Denn Michael Jackson ist eben mehr als ein Künstler, von dem man Fan ist oder nicht. Jacko ist allgemeines Kulturgut, Ikone, eben der King Of Pop, als der er sich selbst auch so gerne sah.

Doch er war auch ein Mensch, der über die Fallstricke des Lebens gestolpert ist. Von frühem Kindesalter zum Superstardom verurteilt, mit einem überliefert rigiden Vater, der die Jackson Five zum Erfolg knutete. Der kleine, schwarze Junge mit der Engelsstimme, der Soul und Pop innewohnt, dem eine Weltkarriere ohne gleichen vorbestimmt ist. Der irgendwann, wie so viele andere auch, an diesem Megastar-Dasein zerbrechen muss. Vorwürfe hat es genug gegeben, wieviel Substanz sie jeweils besaßen, werden wir vermutlich nie erfahren. Was war mit den Kindern, mit denen er sich umgab? War er ein unverantwortlicher Vater, der seinen Sohn wie ein Spielzeug aus dem Fenster hob? War er ein Freak, der einen Affen als Haustier hielt? War er krank? Was hatte es mit der Verfärbung seiner Haut auf sich?

De mortuis nil nisi bene – Über Tote soll man nur gut sprechen, überliefern uns die Römer. Bei Michael Jackson wird es uns leicht fallen. Denn sein mitunter bizarres Selbst, seine absurden Auftritte in der Öffentlichkeit, seine Megalomanie, seine späten Platten und wirkungslos verpufften Comeback-Versuche werden auf lange Sicht nur Randnotizen in seiner Biografie bleiben. Was bleibt, wird seine Musik sein. Die frühen Hits, als er den Jackson Five entsprang und seinen Soulpop perfektionierte. Als er seinen Trademark-Sound erfand. Was bleibt, ist "Billie Jean", "Beat It", "Thriller", "Bad", "Dirty Diana" und "Smooth Criminal". Der Moonwalk bleibt, die Hand im Schritt, die Extase, die Hysterie seiner Fans, der Hauch des Mysterischen, der ihn umgab.

Die Geschichte wird gnädig mit Michael Jackson sein, nachdem sich diejenigen, die sich gerne das Maul zerreißen, beruhigt haben. Nachdem sich die Verschwörungstheoretiker zur Wort gemeldet haben (Es war Mord, Jacko lebt, er will nur seine Ruhe ...).

In der vergangenen Nacht ist Michael Jackson gestorben. Deswegen ist Pop nicht tot, und der 25. Juni 2009 wird auch nicht als The day the music died in die Geschichte eingehen. Aber ein Stück schillernder Popkultur ist verloren gegangen. Die Musik bleibt.

RIP Jacko


Thriller. Zombies. King of Pop. Längstes Musikvideo aller Zeiten. Diese Nase. Schwarz. Dirty Diana. Neverland. Weiß. Kinder. Freak. Moonwalk. Hand am Sack. Jackson Five. Hysterie. Bad. Legende. Billie Jean. Beat It. RIP.

25.06.09

Aristarkh Chernyshev & Alexei Shulgin @Art Basel

Endlich komme ich mal dazu, ein paar Highlights von der Art Basel zu posten. In loser Reihenfolge. Zuerst ein schmelzender, verwellter iPod der russischen Künstler Aristarkh Chernyshev & Alexei Shulgin. Menschengroß, mit echer Musik aus den Boxen in iPod-Stöpselform und geschrottetem Display. Nicht mein Favorit, aber dennoch beeindruckend.

24.06.09

Kutti MC geht in die Luft

Ich mag dieses Promofoto wirklich gern. Weil es auch sehr gut zu Kutti MC passt. Via 78s.

23.06.09

Schweizer Käse! Keine Sorge um die Liberalen

Während in Deutschland die FDP von Guidos 18-Prozent-Spaßpartei zurück auf den Boden der tagespolitischen Tatsachen gefunden hat, legen die Schweizer Liberalen erst richtig los. MT Dancefloor hat heute im Saalschutz-Blog das Video eines Kandidaten für die Wahlen zum Luzerner Stadtparlament gepostet. Es ist meiner Meinung nicht das Schönste in der Reihe von 32 Kandidaten-Geständnissen, der unbestrittene Star unter den Schießbudenfiguren von der FDP ist Marco Fischer, Jurist und Befürworter des Tiefbahnhofs. Von seinem Bewerbungsvideo gibt es bereits einen Remix und eine "Play 'em off, Keyboard Cat"-Version. En geile Siech!

Crowdsourcing killed Punk Rock

"You wanna know why? Because people have terrible taste!" Musikjourno-Freelancer und Kritiken-auf-Twitter-Schreiber Christopher R. Weingarten spricht bei irgendeiner Twitter-Konferenz über die Zukunft des Musikjournalismus, wie wir ihn kennen, und konstatiert: Er wird sterben. Schuld sind, so wird klar, während Weingarten sich in Rage redet, alle. Musikjournalisten selber, die Industrie, Blogger, Twitterer. Natürlich ist das alles hoch polemisch, was er da von sich lässt und er mag auch nicht überall Recht haben (zum Beispiel berücksichtigt er nicht, dass es tatsächlich auch sehr gute Musikblogs gibt, oder mit Simon Reynolds oder dem K-Punk u.a. auch Musikjournalisten, die Bloggen), aber im Großen und Ganzen muss ich ihm zustimmen. It all boils down to this: "That's what we're missing in a world without critics. The Because!" Sein Rant mag der schreibenden Zunft als Hinweis dienen, sich auch an die eigene Nase zu fassen und auf das zu besinnen, was auch im Netz zählt und geboten werden kann: Qualität und Kompetenz.



(Ich weiß nicht mehr, von wem es kam, aber danke.)

Demoaufruf für morgen in Zürich

Unter dem Motto "Solidarität mit dem iranischen Widerstand! Keine Geschäfte mit den Mullahs! Nieder mit der Islamischen Republik Iran!" rufen "Iranische und Schweizer Gruppen" für morgen, Mittwoch, den 24.06. um 18 Uhr zur Demo auf die Pestalozziwiese an der Bahnhofstrasse. Wo es heute doch wieder ermutigende Zeichen aus dem Iran gab, die Risse im System andeuten, sage ich: Kommet zuhauf!

Faith No More beim Southside


Faith No More als Band meiner Jugend zu bezeichnen, wäre etwas viel des Guten. Aber wenn ich die Fotos von Flo Schade, Knipsergott für laut.de, vom Southside sehe, wünsche ich doch, ich wäre da gewesen. (Zum 500. Post was Schönes.)

20.06.09

Drei Karikaturen zum ...

Hier drei Karikaturen zum Gebrauch von Internet und Social Media bei den derzeitigen Protesten gegen das Regime in Iran. Während im Westen übrigens hauptsächlich über die Rolle von Twitter und allenfalls noch Youtube und Facebook geschrieben wird, hat SkyNews am Donnerstag berichtet, dass, Achtung, Ironie der Zeitgeschichte, auch die israelische Mobile-VoIP-App Fring eine gewisse Rolle spielt.

(Via Laughing Squid.)


(Via Nerdcore.)

Bruce Springsteen & The E Street Band – 10th Ave. Freeze-Out

Einfach, weil es eine so großartige Performance ist. Laut Beschreibung Live im Hammersmith Odeon, 1975.

18.06.09

Way to go, OIC!

Die OIC ist die Organization of the Islamic Conference. Wie das Blog Hudson New York berichtet, wehren sich die Mitglieder der OIC gegen die Einführung eines sogenannten UN-Sonderberichterstatters, der Gleichstellungsbemühungen für Frauen bzw. deren Diskriminierung monitort. Die bei Hudson New York zitierten Argumente gegen einen solchen Posten sind ebenso abenteuerlich wie altbekannt. Man würde nur mehr Bürokratie und mehr Kontroversen schaffen mit so einem Berichterstatter, man müsse doch kulturelle und religiöse Unterschiede respektieren. Interessant in dem Zusammenhang ist die Tatsache, dass in vielen Mitgliedsländern der OIC häusliche Gewalt oder Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe steht. Das i-Tüpfelchen ist da nur die Argumentation des iranischen Vertreters: "I would like to emphasize the role of chastity on strengthening crime prevention to eliminate violence against women and girl children." 'Nuff said.

Härtetest für einen Kleinwagen


Ich habe es glaube ich schon einmal angedeutet, aber ich muss es hier noch einmal sagen. Ich liebe "Top Gear". Nein, ich habe wenig mit Autos am Hut, schaue in der Regel keine Formel Eins oder sonst irgendeinen Automotorsport und besitze nicht einmal einen Führerschein. Aber "Top Gear" ist auch keine Sendung über Autos, es ist hochgradig unterhaltsames Fernsehen, in dem zufälligerweise auch Autos vorkommen. Bei Laughing Squid bin ich über eine Sendung aus dem letzten Dezember gestolpert, in der sich ein Leser beklagt, dass sie gar keine "richtigen" Autotests mehr machen. Die "Top Gear"-Redaktion nimmt sich Kritik natürlich zu Herzen und prüft einen Ford Fiesta dann auf Herz und Nieren Vergaser und Zündkerze. Und beantwortet alle wichtigen Fragen, die den potentiellen Käufer umtreiben: "Is it practical?" ("There is room in the boot for a Zebra's head"), "Can I afford it?" ("If you've only got 40p, then no, you can't") oder "What if I'm asked to take part in a beach assault with the Royal Marines?". Ganz großer Sport.

Change? - Well ...



Wie die meisten politisch interessierten Menschen verfolge ich dieser Tage mit großer Spannung die Geschehnisse in Iran. Ich möchte (für die Welt, aber vor allem auch für die Menschen dort), dass Ahmadinejad von der politischen Bühne verschwindet. Aber ich will, dass er das sog. Mullah-Regime gleich mitnimmt. Denn Oppositionsführer und derzeitiges Idol aller Regimegegner Mir Hossein Mussawi kann nicht die ultima ratio sein. Seine Vergangenheit ist mittlerweile gut bekannt und er ist mit Sicherheit nicht der Reformer, den der Westen sich wünschen kann. Er wäre gar nicht erst zur Wahl zugelassen geworden, würde er eine existenzielle Gefahr für das bestehende System darstellen.

Lizas Welt bringt es (mal wieder) gut auf den Punkt und zitiert den Publizisten Wahied Wahdat-Hagh "Das heutige politische System Irans ist nicht reformierbar." Und im Interview mit Zeit Online sagt ein iranischer Aktivist: "Es geht uns nicht um Mussawi als Person. Wir wollen einen richtigen, großen Wandel." Die Lage und die Möglichkeiten werden also auch innerhalb des Landes erkannt. Ich bin gespannt, wie lange es noch geht bevor es entweder kracht in Iran, oder das System zusammenbricht. Ich bin eher pessimistisch, lasse mich aber gerne von der Geschichte (großes Wort!) berichtigen.

Als Fußnote finde ich natürlich auch die Rolle von Social Media sehr interessant. Clay Shirky ("Here Comes Everybody") hat erst im vergangenen Monat einen kurzen Vortrag gehalten, bei dem es auch um die Rolle von Twitter und ähnlichen Diensten geht. Ab ca. 6:50 spricht er über Twitter in China.

(Foto genommen von .faramarz. der auch von den Demonstrationen eine ganze Menge eindrückliche, aber auch krasse Bilder hat.)

16.06.09

Sonic Youth - Sacred Trickster

Im Video zu "Sacred Trickster" jagen drei angry young women eine Yuppie-Party in die Luft. Oder begehen zumindest ein Farbattentat. Warum sie angry sind, erfährt man nicht. Vielleicht eine grundlegende Angryness, die im Punk und in No Wave und in Sonic Youth ihren Nährboden findet. Der Clip verdient das Prädikat: Solala, aber hey, es ist Sonic Youth. Das ist wohl auch mein abschließendes Urteil zum Album "The Eternal".

Punks in der UdSSR

Punks hat es überall gegeben, damals, als Punk mehr Mode als Lebenseinstellung oder Rebellion oder wasauchimmer war. Dass es Punks z.B. auch in der DDR gab, haben Gilbert Furian und Nikolaus Becker ja schon in ihrem nicht unbedingt guten, aber interessanten Buch "Auch Im Osten Trägt Man Westen" festgestellt. Aus mündlicher Überlieferung hat man auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich Ost-Punks mit ihrem "Stoff" versorgt haben. Wie Punks in der Sowjetunion das gemacht haben, entzieht sich derweil völlig meiner Kenntnis. Aber es gab sie. English Russia hat eine schöne Bilderserie davon.

Wo wir sind, ist unten - Tourdoku mal anders

Tourdokus sind oft glamurös: Oasis köpfen gigantische Champagnerflaschen, Iron Maiden fliegen im eigenen Jet durch die Gegend und Mando Diao werden überall von kreischenden Mädchen verfolgt. Right? Right. Nicht so die Tourdoku "Over The Edge - Wo Wir Sind, Ist Unten". Hier hat Filmer Schwarvel die Band Born Cool (beschrieben als irgendwo zwischen Pixies, den Ramones und Turbonegro, also theoretisch super) auf einer Tour durch Deutschland begleitet. Zusammen mit einem überforderten Manager und einem zunehmend fassungslosen Fahrer. "Over The Edge" zeigt, dass es auch ganz schön Scheiße sein kann, in einer Band zu spielen. Den Film kann man auf der Homepage übrigens kostenlos downloaden oder für 10 Euro eine gebrannte DVD bestellen. Ich hab bislang nur den Trailer gesehen.

(Via myoon.)

15.06.09

Egotronic - Es Muss Stehts Hell Für Gottes Auge Sein

Meine lieben Freunde von Egotronic haben ein Video gemacht. So mit Computeranimationen, die, wie ich finde, ja schon ein bisschen Retro aussehen. Gibts sowas eigentlich? Retro-Computeranimationen? Egal. Enjoy!

Iran's Disputed Election

Ich weiß ja noch nicht so recht, was ich aus den Geschehnissen im Iran machen soll. Natürlich wäre es wünschenswert, dass Ahmadinejad von der Bildfläche verschwünde, doch ob Mussawi besser wäre? Ich bin unsicher. Dennoch sind natürlich die Fotos von The Big Picture wieder einmal großartig. Unglaublich beeindruckend und verstörend zugleich.

In da Mix!

Kurzer Hinweis auf zwei Mixe, einmal ein Sonic-Youth-Mixtape No. 7 von und mit Sonic Youth. Outtakes und Liveversion auf Kassette. Nice! Und dann noch der Fuck Art Let's Fart Super Disco Mix von Die Magazin. Knapp 80 Minuten gepflegten Old-School-Hardcore aufs Maul. Enjoy!

12.06.09

Banksys Summer Show in Bristol

Okay, ich buche einen Flug nach Bristol. Gestern noch in diesem Blog angekündigt, ist heute bekannt gemacht worden, wo und in welchem Rahmen Banksy seine Summer Show abhalten will. Er hat in den letzten Tagen in einer verdeckten Aktion das Museum seiner Heimatstadt Bristol umgestaltet. Nur das Museumspersonal ist eingeweiht gewesen und selbst die Museumsdirektorin will Banksy während der Planungen und Umsetzung nicht getroffen haben. Die Ausstellung Banksy Versus Bristol Museum läuft ab morgen bis Ende August. Der Eintritt ist frei. W00t!
Der Beeb durfte schon mal reinschauen:

Und einen offiziellen Teaser gibt es auch:

Barbiefoot

Okay, ich freu mich mittlerweile wirklich auf die Art Basel, morgen und übermorgen. Ein erstes Telefonat mit einem Freund ergab, dass es auch dieses Jahr lohnenswert ist, sich die wohl relevanteste Schweizer Ausstellung für zeitgenössische Kunst zu erlaufen. Und wenn dann noch so Input wie der Barbiefoot von außen kommt ... Bin gespannt, was ich morgen zu sehen bekomme. Barbiefoot, ein pinker Tischfussballtisch mit Barbiepuppen als Spielerinnen von der französischen Künstlerin Chloe Ruchon war, glaubt man den diversen Blogs in denen es bereits aufgetaucht ist, der Hingucker des diesjährigen DMY International Design Festivals in Berlin.


Freundeskreis

Ich, im Kreise meiner Liebsten bei Facebook. Via Nexus, einfach, weil ich so Grafiken mag.

11.06.09

Das wird ein Spaß!

Da bin ich aber schon auf der Art Basel ...

(Via Cakehead Loves Evil.)

09.06.09

Fixed City

Fixies scheinen ja in Deutschland der letzte Hype zu sein gerade. Ich bekomme nur mit, dass in Zürich recht viele damit rumfahren, auch relativ "normal" aussehende Menschen. Ich weiß nur, ich will den Film sehen, und ich will auch so ein Teil. Schon länger. Schon seit vor dem Hype, you know.

05.06.09

Berlin Wild Style

Wow. "Magic Colorz" ist ein elfminütiger Streifzug mit einer Graffiti-Crew durch den Wahnsinn, der sich Berliner Nacht nennt. Die Jungs sind ziemlich derbe druff.

(Via Die Magazin.)