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19.07.09

Creative Morning in Zürich

Ich habe am Freitag schon an anderer Stelle darüber geschrieben. Hier die Quasi-Übersetzung: Vergangenen Freitag hat Tina Roth Eisenberg, im Netz wohl besser bekannt als Swissmiss, Kreative aus Zürich und Umgebung zum ersten Schweizer Creative Morning eingeladen. Normalerweise veranstaltet Tina diese Treffen in ihrer Wahlheimat New York, dort sind sie scheinbar der Renner – mit einem denkbar einfachen Prinzip: Ein Präsentator hält eine Keynote und dann gehts im nachfragemäßig an den Kragen. Drumrum netzwerken natürlich alle the hell out of it. Obwohl Tina dann bei der Begrüßung gesagt hatte, dass sie sich nicht sicher war, ob überhaupt jemand kommen würde, wars natürlich gerammelt voll. Gastgeber waren die Freitag-Brüder, in der wirklich sehr coolen Conf-Ecke ihrer Taschen-Fabrik präsentierte Daniel die Firmenphilosophie und sprach über den Cradle-to-Cradle-Ansatz sowie die Anfänge von Freitag. Sehr sympathischer Typ, nebenbei bemerkt, und auch Freitag sieht wie eine Firma aus, bei der man gerne arbeitet. Ich habe den ein oder anderen Bekannten wiedergesehen und einige Neue kennengelernt. Die Zürcher Szene scheint durchaus interessant zu sein. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass es der letzte Creative Morning am Limmat war.





26.11.08

Schweizer Käse! Von Schweizer Frauen und deutschen Männern

Zeit für eine Art neuer Rubrik, wo ich doch jetzt schon in der Schweiz wohne. Beobachtungen rund um das, was man als "Schweizer Befindlichkeit" sammeln könnte. In loser Folge. Den Anfang macht ein offensichtlich nicht unbrisantes Thema: Deutsche in der Schweiz.

Glaubt man den Medien, hat der gemeine Schweizer a) einen gesunden Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Deutschen und lebt in ständiger Angst vor der Überfremdung durch den Nachbar aus dem Norden und fühlt sich gleichzeitig b) dem Deutschen überlegen, weil er ist ja ein Schweizer. Schizophren? Nunja, dieses ambivalente Gefühl ist zumindest allgegenwärtig, auch wenn es von meinen Schweizer Kollegen (einer Deutsch-Libanesin mit Schweizer Pass, einem Schweiz-Südafrikaner, einem Schweiz-Malteser und einem Basler) als nichtig abgetan wird.

Angeblich hat "der Schweizer" Angst vor einer Überfremdung, vor allem fürchtet er die Deutschen, die mittlerweile die größte Ausländergruppe in der Schweiz bilden. Die nehmen dem armen Schweizer die Arbeitsplätze weg, allein 1000 lassen sich, so liest man hier und da, allein monatlich in Zürich nieder (und ich bin jetzt einer von ihnen). Eine Leserin des laut Wikipedia eher linken Tagesanzeiger ("Tagi", wie der Schweizer sagt) schreibt: "Es stimmt mich traurig und macht mich bisweilen hoffnungslos, wenn ich sehe, dass wir Einheimischen keine Chancen mehr bekommen und deutsche Arbeitnehmer unsere Stellen einnehmen."

Tatsächlich scheint es sich mir um ein effektheischerisch von den Medien in Szene gesetztes Problem des "kleinen Mannes" zu Handeln. Es existiert sicher, als kleinbürgerlich-rassistisch (was es offensichtlich ist) wird es allerdings nicht benannt.

Und es kommt noch schlimmer: Jetzt fürchten die Schweizer Männer auch noch um ihre Frauen! Ein Tagi-Leser schreibt an die Zeitung: "Ich persönlich fürchte diese deutschen Männer auch noch, weil sie uns so viele der attraktivsten Schweizer Frauen wegnehmen." Redakteur Benno Gasser beschwichtigt zwar, aber die Tatsache, dass das Thema einen ganzen Artikel hergibt, spricht für sich. Also, Schweizer Männer und vor allem Frauen, seht euch vor, ab Samstag wohnt ein Deutscher mehr in der Stadt!