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24.07.09

Das Schweizer Fernsehen über den Profifussball

Daniel hat mich auf diese herrliche Reportage des Schweizer Fernsehens über den Fussball als "Showgeschäft In Der Krise" hingewiesen. In der Sendung aus dem Mai 1971 geht es um verschuldete Clubs, überbezahlte Spieler und neue Wege in der Finanzierung von Klubs. Interessantes am Rande: Schweizer Fußballer mussten damals noch einen Nebenjob ausüben, der ihnen das Existenzminimum sichert; und der übelste Auswuchs des Profifußballs ist der Spielertransfer. Ebenfalls interessant, dass damals schon vom Spieler als Ware und von "Spielermaterial" gesprochen wird. Absurde und irgendwie auch innovative Beispiele: Friedhelm "Timo" Konietzka, der von einem Mäzen gekauft wurde und dem FC Winterthur ausgeliehen wurde; der FC Zürich experimentiert derweil mit der AG, an der sich der Fan beteiligen kann; der FC Luzern bezahlt Spieler nach Zuschaueraufkommen. Und ich weiß nicht, was abgefahrener ist: die Musikunterlegung oder die Blümchentrikots des FC Luzern bei 7:15.

18.06.09

Härtetest für einen Kleinwagen


Ich habe es glaube ich schon einmal angedeutet, aber ich muss es hier noch einmal sagen. Ich liebe "Top Gear". Nein, ich habe wenig mit Autos am Hut, schaue in der Regel keine Formel Eins oder sonst irgendeinen Automotorsport und besitze nicht einmal einen Führerschein. Aber "Top Gear" ist auch keine Sendung über Autos, es ist hochgradig unterhaltsames Fernsehen, in dem zufälligerweise auch Autos vorkommen. Bei Laughing Squid bin ich über eine Sendung aus dem letzten Dezember gestolpert, in der sich ein Leser beklagt, dass sie gar keine "richtigen" Autotests mehr machen. Die "Top Gear"-Redaktion nimmt sich Kritik natürlich zu Herzen und prüft einen Ford Fiesta dann auf Herz und Nieren Vergaser und Zündkerze. Und beantwortet alle wichtigen Fragen, die den potentiellen Käufer umtreiben: "Is it practical?" ("There is room in the boot for a Zebra's head"), "Can I afford it?" ("If you've only got 40p, then no, you can't") oder "What if I'm asked to take part in a beach assault with the Royal Marines?". Ganz großer Sport.

01.02.09

The Importance Of Being Morrissey

Schon vor einigen Tagen hat das immer besser werdende 78s-Blog auf die Channel-4-Doku "The Importance Of Being Morrissey" hingewiesen. Sie stammt aus dem Jahr 2002 und war mir bis dato unbekannt. Moz wird in gut 50 Minuten eingehend portraitiert und die wichtigsten Themenfelder des Morrissey-Kosmos (Mozmos?) - Enthaltsamkeit, Vegetarismus, sexuelle Ambivalenz und seine diversen Fehden - zumindest gestreift. Er selbst nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund, u.a. bekommen Tony Blair, David Bowie, Elton John und Smiths-Drummer Mike Joyce ihr Fett weg. - Und weil ich zulange gewartet habe und irgendwelche Vollidioten ihre Rechte einfordern, ist der erste Teil bei Youtube nicht mehr zu finden.



04.01.09

"From doll queue to club dates"

Via Nerdcore kommt dieser schöne Beitrag von London Weekend Television über die Anfänge des Punk. Als er ausgestrahlt wurde, war ich gerade mal ein halbes Jahr alt. Ein tolles Zeitdokument über eine gerade erst erblühende verglühende Szene, dem man immer wieder das WTF?-Moment, das Punk zu Anfang sicher noch hatte, anmerkt.

Besonders schön die Moderatorin mit Hippiebrille und -haarschnitt, charmantem Sprachfehler dank horrendem Überbiss und gleichzeitiger totaler Unerschrockenheit. Bemerkenswert auch, dass schon damals die überteuerten Konzertpreise als Argument für die Entfremdung der Fans von den großen Bands der siebziger Jahre (Led Zep etc.) ins Argumentationsfeld geführt wird.

Und natürlich fragt Moderatorin Janet Street-Porter stellt, offensichtlich nicht wirklich szenekundig, aber wohlwollend, Standardfragen zu "White Riot" oder "Anarchy In The UK", die in den letzten Jahrzehnten zur Genüge durchgekaut worden sind. Damals war das aber wohl noch erlaubt. Insgesamt eine sehenswerte halbe Stunde (von der ich lustigerweise schon einmal einen Ausschnitt entwendet habe), mit Livemitschnitten der Pistols: "Pretty Vacant", "Anarchy In The UK" und "No Fun".



(Direkt-LWT.)

02.11.08

Ich liebe Extradrei

Mir ist es völlig unverständlich, wieso Extra Drei außerhalb seines Sendegebiets nie so eine Popularität gewonnen hat wie eben im Norden. Das ultimative Satiremagazin von N3 nimmt dabei das politische Geschehen durchaus Ernst. Und unterstützt jetzt das niedersächsische Dorf Fassberg in seinem Kampf gegen die NPD, die dort eine Kaderschule ansiedeln möchte. Großartiger vulgar display of dorfproletiger Widerstand.

18.10.08

ORF2 absolut gaga

ORF2 überträgt jetzt live anderthalb Stunden lang die Trauerfeierlichkeiten für Jörg Haider. Selten hat ein besoffener, verkehrssündiger stammtischparolenschwingender Vollhonk postmortem soviel Aufmerksamkeit bekommen. Aber vielleicht ist das ja auch alles nur eine Form von Exorzismus. Good riddance!

08.09.08

Kalaschnikows und Kokain

Jetzt gleich (22:50 Uhr) im SF1: "Kalaschnikows und Kokain - Eine Reise ins gefährlichste Land der Welt", eine Dokumentation aus dem Hause BBC. Von der Homepage des Senders:

Alex James, ehemaliger Kokser und Bassist der britischen Popband Blur, reist auf Einladung des kolumbianischen Präsidenten in das Land, um aus erster Hand zu erfahren, wie sehr der Drogenhandel dem Volk und dem Land schadet. Inzwischen ist Alex James nicht mehr süchtig und produziert als Bauer Ziegenkäse.

Auf dem Höhepunkt seiner Aktivitäten hat Alex James über zwei Millionen Franken für Kokain und Alkohol ausgegeben. In Kolumbien trifft der ehemalige Junkie Kokabauern, Dealer und Leute von der Drogenbekämpfung. Er ist dabei, als kolumbianische Soldaten Kokafelder mit Chemikalien besprühen und vernichten. Er besucht ein Labor im Urwald, in dem Kokapaste hergestellt wird. Er spricht mit einem Dealer in Bogotá über sein Geschäft und trifft einen US-amerikanischen Drogenkurier, der seine Strafe im Gefängnis absitzen muss.

Auf seiner Reise stellt Alex James fest, dass Drogenhandel und Gewalt Kolumbien fest im Griff haben und nicht einfach auszurotten sind. Pro Jahr sterben 17'000 Menschen in diesem Drogenkrieg.


Da fällt mir ein, dass ich von ihm noch ein Buch herumliegen habe. Und die Doku kann man hinterher wohl im Netz ansehen, Link folgt dann (wenns was taugt).

Update: Puh, obs was taugt, soll jeder selbst entscheiden. Mein Fazit: Alex James eignet sich in der Tag ganz gut als Moderator für eine solche Doku, für meinen Geschmack lässt er aber ein wenig zu sehr den geläuterten Ex-Junkie raushängen, und schon der Anmoderator wirkt etwas BBC-altklug. Und ob die Doku Koks-Konsumenten von ihrem Gebrauch abbringt, wage ich zu bezweifeln. Zu bruchstückhaft sind die Einblicke. Aber: Die Zusammenhänge werden ganz gut erklärt. Bei Youtube gibts die Doku in drei Teilen in okayer Qualität, der SF hat die deutsche Fassung leider etwas verpixelt. Aber Musik von Blur (klar) und Bloc Party gibts.

20.08.08

Die interaktive Springfield-Karte


Da haben doch tatsächlich zwei Typen eine interaktive Karte von Springfield zusammengeschustert. Das Prädikat Wooohooo vergibt auch IdrawESCAPEplans, von dem ich auch das Bild geklaut habe. Ich hoffe, Du verzeihst.